Benelli

EIne Benelli 304. Ein ziemlich unscheinbares Moto im belanglosen Styling eines UJM der Anfangsachtziger ...

Allerdings besteht da doch eine Einmaligkeit: sie hat den kleinsten je in Serie gebauten Vierzylindermotor in einem Fahrzeug mit 231 ccm (bei den Modellmotoren gibt’s das noch kleiner). Die Modellbezeichnung ist da etwas irreführend, der Vorgänger hieß 254, die ersten zwei Ziffen für die Hubraumklasse, die letzte für die Anzahl der Zylinder. Bekannter ist von Benelli die Sechszylinder, zunächst als 750er, später als 900er gebaut

Außerdem ist das Mopped sehr leicht: es wiegt knappe 130kg, das touchiert bereits den Stufenführerschein ;-)

Patrick Kubans ganz private Seite ;-)

Bilder sind meist anklickbar

Das ist eigentlich ein völlig untypisches Mopped für mich, was sich schon beim Kauf zeigte. Normalerweise habe ich eine längere Tragezeit, im Falle der Ducati ging sie von 1972 bis ‘93, mit der Benelli nur einige Tage ;-) Sie stand bei Rainer Bollgrün etwas weiter hinten im Dunklen und sah noch recht frisch und unverschlissen aus. Ich rief mein Weibi herbei, sie solle sich das mal angucken. Rosi ist recht klein (-> Guzzi), hier kam sie mal mit beiden Füßen serienmäßig flach auf den Boden, das geringe Gewicht tat ein übriges. Dazu noch die vertrauten Monopoly-Schalter, und schon war’s um uns geschehen.

Der Motor hat 27PS bei 10500/min, der Ton orgelt im realen Fahrbetrieb über einige Oktaven und hört sich zugegebenermaßen schon etwas halbstark an. Aber es schauen auch ansprechende Fahrleistungen raus, wenn er erstmal warm ist. Man sollte sich nicht täuschen lassen: dieser Motor muß warmgefahren werden, verträgt aber andererseits die größte Schinderei in Sommerhitze, ohne krank zu werden. Dabei hat er dann einen Biß, wie man ihn von Japanern gleicher Kubatur nicht kennt und bei einem Viertakter auch nicht so vermutet.

Er ist wartungsfreundlich! Sicher muß man zwanzig Schrauben lösen, um die Ventile zu erreichen, vorher den Tank abnehmen (eine Minute), aber an neunzehn von denen kommt man problemlos dran, für die zwanzigste muß man einen Inbus-Stiftschlüssel halt etwas kürzen, und zum Rausdrehen macht ein Kugelinbus Freude. Aber in 30..40 Minuten ist der Tank wieder drauf. Die Zündung ist gut zugänglich und ebenso gut einzustellen, kein Vergleich mit dem Herumgekrieche auf dem Boden, wenn’s um eine BMW geht, oder ähnlich unsichtbar bei der Guzzi der kleinen Baureihe. Die Vergaserbatterie ist in drei Minuten aus- und in nicht mal zehn wieder eingebaut, in der Hand kann man sie prachtvoll synchronisieren. Dazu braucht’s dann auch keine Unterdruckuhr, sondern kleine Bohrer (um gut einen Millimeter), die man als Kalibrierdrähte unter den Schiebern durchsteckt.

Hier ein Schnittbild: (Anklicken beamt Euch eine *.png-Datei mit 2232x1605 Pixeln und 140k auf die HD, wenn Ihr Glück (und einen richtigen[tm] Brauser )habt, zeigt der das auch direkt an.)

Ein Bild vom Motorradtreffen des Clubs “Schwarze Katz’ Coburch”, gleichzeitig auch das Benellitreffen ‘94 (?), es stehen gleich fünf von den kleinen Tour-Bienen nebeneinander. Meine ist mal wieder ganz hinten versteckt ;-)

Eine ebenso halbstark wie das Motorgeorgele wirkende Postkarte, ich weiß allerdings nicht, ob die von Benelli bzw. De Tomaso selbst ist:

Hier hat sich jemand wie Renzo Pasolini gefühlt und seine 254 dementsprechend umgebaut: